Reiseberichte

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Korfu 2005

     

 

Tagebuch - Woche 2

 

8. Tag, Samstag 11 06 2005

 

Ich muss mich wirklich überwinden, überhaupt frühstücken zu gehen. Die diversen Schnäpse vom Vortag fordern Ihren Tribut. Dieser feuchtfröhliche Abend hat einiges gekostet, ich beschließe endgültig auf Tauchversuche zu verzichten. Ab an den Strand, wo ich den größten Teil des Tages verschlafe. Wetter gut, immer noch starker Wind. Am Nachmittag wird endlich das Projekt "Riesen-Sandburg" verwirklicht. Gemeinsam mit Clara und ihrem Vater errichten wir eine ansehnliche Sandburg in Wassernähe; unsere Töchter sind mit dem Ergebnis zufrieden. Gegen 1530 Uhr Abschied von den Eltern der Zwillinge. Eigentlich wollen wir in ein Café am westlichen Strandabschnitt, Hans lädt uns im Vorbeigehen auf einen Ouzo ein - wer kann da schon nein sagen ... Endgültiger Abschied von den Zwillingen und ihren Eltern. Wir bleiben noch ein wenig sitzen und unterhalten uns mit Hans. Im Zuge dieses Gespräches mieten wir über Vermittlung von Hans ein Auto für die nächsten beiden Tage. Sehr guter Preis, keine Kilometerbeschränkung, Versicherung ohne Selbstbehalt. Das Auto kommt aus SIDARI und soll noch im Laufe der Nacht zugestellt werden - sehr praktisch! Hans versorgt uns noch mit nützlichen Tipps und Ratschlägen für mögliche Ziele/Routen. Abendessen in der Taverne DIXTIA, sehr würzig aber gut! Hannah tollt mit Clara vor dem Lokal herum.

 

9. Tag, Sonntag 12 06 2005

 

Hannah schläft sehr lange, wir können unseren ursprünglichen Zeitplan nicht einhalten. Frühstück erst um 0930 Uhr, danach mit Hannah auf "Autosuche". Wie angekündigt steht der kleine blaue Peugeot 206 direkt vor dem Lokal. Letzte Tipps von Hans, es geht los. Meine Karte erweist sich als relativ ungenau, trotzdem finden wir ohne gröbere Probleme den Weg nach SIDARI. Wir haben schon einiges über die Stadt gehört, ganz so schlimm finden wir es dann aber doch nicht. Zusammenfassung: Groß, laut, jeder Quadratmeter wird (im Gegensatz zu "unserer" Bucht) genutzt. Das Wasser wirkt schmutzig, möglicherweise weil es sich um reine Sandstrände handelt. Spaziergang am "Canal d´Amour", den berühmten Felsformationen. Sieht ganz nett aus, leider rücken Hotels und Bars immer dichter an die Felsen heran. Trotz Nebensaison ziemlicher Betrieb. Weiter nach PEROULADES. Toller Blick auf die imposante Steilküste am Strand (SUNSET BEACH). Nicht viel Platz zum Baden, aber durchaus einen Besuch wert. Über SIDARI und RODA weiter nach AGIOS SPIRIDONAS. Kurzer Halt in der kleinen, relativ unspektakulären Bucht. Weiter nach KASSIOPI. Auch hier ist relativ viel los (Touristen), jedoch nicht ganz so turbulent wie in SIDARI. Wirklich schön: Der kleine Hafen. Oberhalb des Hafens befindet sich eine Burgruine aus dem 13. Jhdt. Weiter (der Küste entlang) über KENDROMA, NISSAKI, BARBATI, PIRGI nach GOUVIA. Anfangs einige kleinere Buchten, dann längere aber relativ schmale Sandstrände direkt neben der Hauptstraße. Danach quer über die Insel nach PALEOKASTRITSA - angeblich befindet sich dort die schönste Bucht der Insel. Sieht tatsächlich sehr nett aus, jedoch viele - auch wirklich riesige - Hotels bevor man die Bucht erreicht. Nicht gerade viel Platz am Strand, dürfte in der Hauptsaison sehr eng werden ... Landschaftlich aber wirklich wunderschön! Danach auf einer engen steilen Straße über LAKONES, MAKRADES u. KRINI nach ANGELOKASTRO. Für mich der absolute Höhepunkt des Tages! Die Burg liegt auf einem unglaublich steilen Felsen, der fast senkrecht aus dem Meer ragt. Tolle Aussicht !!! Sehr gutes Abendessen in der Taverne am Zugang zur Burg. Von der Terrasse aus toller Blick auf die Burg und in die Tiefe ... Über MAKRADES, VISTONAS und PRINILAS zurück in "unsere" Bucht. Zum Teil unglaublich enge Straßen, vor allem in den kleinen Orten. Immer wieder tolle Aussichtspunkte - ein echtes Erlebnis !!!
 

 

10. Tag, Montag 13 06 2005

 

2. Tag mit dem Mietauto - wir brechen diesmal wirklich wie geplant (um 0800 Uhr) auf. Frühstücken wollen wir unterwegs. Wir entscheiden uns für einen "unsicheren" Weg - unsicher deshalb, weil die Karte nicht wirklich zuverlässig ist. Kleinere, schmale Straßen sind oft nicht von den rot eingezeichneten Hauptstraßen zu unterscheiden. Mein Vorschlag, einen Umweg über den "KAISERS THRONE" zu machen, wird angenommen. Wir biegen auf der Hauptstraße (Richtung KORFU-STADT) nach Süden ab und fahren durch DOUKADES, einen kleinen Ort mit nettem Ortskern. Wie üblich sehr enge und verwinkelte Ortsdurchfahrt. Beim ersten Anlauf verpassen wir die nächste Abzweigung nach Süden (auf der Hauptstraße Richtung PALEOKASTRITSA). Die Hauptstraße (rot eingezeichnet),  die nach PELEKAS bzw. SINARADES führen soll, ist von einem asphaltierten Karrenweg kaum zu unterscheiden. Also - umdrehen ... Aus Richtung PALEOKASTRITSA kommend sieht man dann auch einen Wegweiser. KAISERS THRONE - benannt nach Kaiser Wilhelm II. (der hier gern sein Dinner einnahm) - liegt auf 270 m Höhe und bietet einen wundervollen Rundblick. Direkt am Hügel befindet sich auch ein Hotel. Unser Versuch, dort zu frühstücken, scheitert - wir werden einfach ignoriert ... Also frühstücken wir in einer netten Taverne in PELEKAS - direkt neben der Kirche. Danach weiter Richtung Osten, zum nächsten Zwischenziel - dem ACHILLION. Hätten wir uns meiner Ansicht nach sparen können, aber wenn man schon in der Gegend ist ... Wieder stimmt die Karte nicht 100%ig mit den örtlichen Gegebenheiten (Straßenverlauf, Ortsnamen) überein! Als eine der Hauptattraktionen ist das Schloss aber leicht zu finden - wenn man erst einmal in der Nähe ist, gibt es genügend Wegweiser. Zum Schloss selbst: Kitsch pur, Busladungen voller Touristen. Unverschämte (TUI) Reiseleiter, die scheinbar glauben, dass die wenigen zugänglichen Räume exklusiv ihnen (samt Ihrer "Herde") vorbehalten wären! Wirklich nett finde ich eigentlich nur den Park. Danach zum eigentlichen Hauptziel des Tages - AQUALAND. Wieder sind einige auf der Karte eingezeichneten Abzweigungen unauffindbar. Nach einem kleinen Umweg erreichen wir aber unser Ziel in AG. IOANNIS. Hoher Eintrittspreis (EUR 18,- für Erwachsene, Kinder bis 4 Jahre frei), rückwirkend betrachtet jedoch durchaus gerechtfertigt (meine Meinung). Riesige Anlage, wirkt sehr sauber und gepflegt. Zahllose Wasserrutschen in allen nur erdenklichen Ausführungen. Weitere kleinere Attraktionen für Kinder jeden Alters - auch bei diesen spielt Wasser eine zentrale Rolle. Leider finden wir den (angeblich weltweit 3. größten) Wellen-Pool erst am Ende unseres Aufenthaltes. Hannah ist - erwartungsgemäß - hellauf begeistert. Aber auch wir Erwachsenen haben unseren Spaß ... Rückkehr in die Bucht um ca. 1800 Uhr. Abendessen im "BLUE HEAVEN", gleich neben unserer Unterkunft. Essen wie immer o.k.

 

11. Tag, Dienstag 14 06 2005

 

Heute gibt es nicht viel zu berichten - ein gemütlicher Tag am Strand. Große Sandburg für Hannah gebaut, etwas gelesen, gedöst ... Am Abend wieder "Kindergrillen" - diesmal mehr Kinder, die bisherige Betreuerin wurde offenbar "abgesetzt". Wir nutzen die Zeit und spazieren ans östliche Ende des Strandes. Nach dem Abendessen in einer der dortigen Tavernen (netter Gastgarten, Essen gut) kurzer Besuch im Internetcafé. Um 2100 Uhr Abmarsch ins STELLIANOS (Taverne), dort grillen die Kinder am Strand. Hannah pünktlich um 2200 Uhr abgeholt. Ich wette mit Ihr um ein "Riesen-Eis", dass sie es nicht schafft, eine ganze Nacht in Ihrem Bett zu schlafen ...

 
 

12. Tag, Mittwoch 15 06 2005

 

Ich habe die Wette verloren und begleiche meine Schuld unmittelbar nach dem Frühstück - das versprochene "Riesen-Eis" für Hannah. Wieder ein gemütlicher Strandtag. Für den Abend vereinbaren wir mit Claras Eltern einen Ausflug zu einer etwas abgelegenen Fisch-Taverne. Abmarsch um 1900 Uhr, die Kinder halten erstaunlich gut mit. Nach ca. 1 Stunde erreichen wir den "FISHERMAN" - tolle Lage, wunderschöner Ausblick auf die gesamte Bucht. Die Taverne ist trotz der etwas abgelegenen Lage gut besucht. "Hektiker" sollten hier besser nicht essen, der "Fisherman" bedient alleine und lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen. Wir erhalten unsere beiden Fischplatten für 2 Personen und sind alle begeistert - mit Sicherheit der kulinarische Höhepunkt des Urlaubs! Rückmarsch um ca. 2300 Uhr - nach einer kleinen "Standpauke" des "Fisherman": Wir hätten früher kommen sollen, wir hätten ein Boot mieten können ... Ein echtes "Original". Tapfer tragen wir unsere Töchter fast den ganzen Weg zurück. Der Mondschein erweist sich dabei als wirklich hilfreich ... Kurz nach Mitternacht erreichen wir das Haus "MAGDALENA". Anstrengend, aber das Essen war die Mühe wert !!!.
 

 

13. Tag, Donnerstag 16 06 2005

 

Nach dem Frühstück ab an den Strand. Luft- und Wassertemperatur steigen kontinuierlich. Ich baue mit Clara und Hannah eine wirklich tolle Sandburg nebst tiefem Brunnen, Claras Vater schließt sich an. Ein sehr komplexes Projekt, für unser Märchenschloss muss erst feiner Sand vom oberen Teil des Strandes geholt werden. Fotoshooting vor der Burg, unsere Töchter holen kopfüber Steine aus dem tiefen Brunnen. Am Nachmittag übe ich mit Hannah schwimmen "ohne Schwimmflügerl",  erste echte Erfolge. Gezählte 31 Tempi !!! Im Laufe des Nachmittags steigern wir uns dann noch einmal auf 38 - ich bin beeindruckt ... Um 1900 Uhr "Kasperl-Theater" in der Taverne STELLIANOS. Im Anschluss wieder gemeinsames Abendessen mit Claras Eltern. Im STELLIANOS wird - meiner Ansicht nach - das beste GYROS der Bucht serviert. Rückkehr in die Unterkunft um ca. 2300 Uhr, Hannah schläft nach kleinerem Disput wieder in ihrem Bett.

 

14. Tag, Freitag 17 06 2005

 

Eigentlich der letzte "richtige" Urlaubstag - wie schnell doch die Zeit vergeht ... Während des Frühstücks leicht bewölkt, kurz darauf setzt sich die Sonne wieder durch. Sehr heiß, Sand eigentlich nur noch mit Schuhen begehbar. Auch der Wind ist warm und bringt kaum Abkühlung. Weitere Schwimmversuche mit Hannah, Tagesbestleistung 78 (!!!) Tempi. Danach mit Claras Vater zum Schnorcheln an das felsige, westliche Ende des Strandes. Schöne Unterwasserlandschaft (leider auch Müll!), kaum Fische. Hannah schläft inzwischen am Strand - zum ersten Mal! Am späteren Nachmittag Kinderbetreuung im DELFINI, wieder von Anja geleitet. Wir vereinbaren ein weiteres - letztes - gemeinsames Abendessen mit Claras Eltern. Aber wo? Claras Vater hat die beste Idee ... Hans stellt uns netterweise ein Auto zur Verfügung, wir bezahlen für einen halben Tag. Erfreulicherweise handelt es sich um einen großen Peugeot 306, der über zwei zusätzliche Sitze im Kofferraum verfügt. Abfahrt nach PEROULADES, wo wir in der Taverne direkt oberhalb des SUNSET BEACH essen wollen. Ein wirklich gelungener, würdiger Abschluss !!! Gute Musik, toller Blick auf das Meer bzw. die Steilküste. Essen etwas teurer als in der Bucht, aber durchaus empfehlenswert. Ein netter - wenn auch etwas wehmütiger - Abend. Rückkehr um ca. 2245 Uhr, Abschied von Clara und ihren Eltern, mit denen wir einige unterhaltsame Tage/Abende verbrachten ...

 

 

15. Tag, Samstag 18 06 2005

 

This is the end ... Da ist er also - der gefürchtete letzte Tag. Noch einmal Ham and Eggs, dann bezahlen wir unsere Frühstücks-upgrades (Preis angemessen). Danach geben wir die geliehenen  Moskitonetze im CORFELIOS-Büro ab. Für die Nutzung unseres Zimmers bis 1800 Uhr wird uns ein Aufschlag berechnet. Zahlt sich aber aus, da unser Transfer zum Flughafen erst für 2100 Uhr geplant ist. So gewinnen wir einen weiteren Tag am Strand und können nachher noch in Ruhe duschen. Nachdem wir unsere Koffer gepackt haben - ein letztes Mal an den  Strand. Der Himmel ist bedeckt und passt irgendwie zu meiner leicht getrübten Stimmungslage. Im Laufe des Vormittags wird das Wetter wieder besser. Abschied vom Meer ... Duschen, fertig packen, Zimmer ausräumen. Um ca. 1730 Uhr der obligate Abschiedsbesuch in der GOLDEN BEACH Taverne. Hans spielt für uns das Abschieds-Lied - "Time to say good-bye ..." Hannah beginnt plötzlich zu heulen ... sie will nicht mehr nach Hause fahren! Nach dem Abendessen (ich hatte hervorragendes Lamm) und einem Abschieds-Ouzo warten auf den Transfer. Fahrt zum Flughafen, trotz der fortgeschrittenen Stunde Warteschlagen schon VOR dem Flughafen. Das einchecken dauert ewig, weil alle Koffer vor dem Schalter durchleuchtet werden. Ich muss meinen Koffer öffnen - der Lungenautomat erschien dem Flughafenpersonal verdächtig. Flug verläuft ereignislos, Hannah schläft kurz nach dem Start ein. Ankunft in WIEN pünktlich, dankenswerterweise holt uns mein Schwiegervater ab, da wir ja unser Auto am Hinweg "aufgeben" mussten ...

 

 

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©Alexander Imhof 2005